Suche
  • Gsponer.

Digitalisierung – und wie sich Geschäftsmodelle verändern müssen – am Beispiel Private Banking

Aktualisiert: 13. Aug 2019

Im engeren Sinne beschreibt die Digitalisierung, Daten und Prozesse digital, anstelle analog, zu speichern und für die elektronische Datenverarbeitung verfügbar zu machen. Das tun wir nun schon seit mehr als einem halben Jahrhundert. Konrad Zuse hat 1937 mit dem Z1 die Grundlage dafür geschaffen. Motiviert hat ihn seine Einstellung, «ich war zu faul zum Rechnen». Die Voraussetzungen für unseren heutigen Umgang mit Daten war die Entwicklung von Massenspeichern und Prozessoren in den 1960er- und 1970er-Jahren. Heute umfasst die Digitalisierung deutlich mehr als das reine Sortieren von «bits & bytes».


Digitalisierung ist heute neben dem Fokus auf Prozesse eine Frage der Einstellung, eine Vorgehensweise und eine Form der Interaktion. Sie beschreibt die Beschleunigung, die Vereinfachung, die Berücksichtigung grosser Datenmengen, um komplexe Sachverhalte zu entscheidungsreifen Informationen aufzuarbeiten. Digitalisierung findet in zwei Richtungen statt – im Umgang mit unternehmensinternen Prozessen und in der Interaktion mit Kunden.


Nach Arbeit, Boden und Kapital sind Daten die neue Währung.

Das Internet ist der Nährboden dieser neuen Dimension geworden. Informations- bzw. Know-how-Asymmetrien von Finanzdienstleistern versus Kunden gehören der Vergangenheit an. Realisieren wir das, ergeben sich folgende Thesen bezüglich der Veränderung von Geschäftsmodellen – hier am Beispiel Private Banking:


  • Das Internet hat in den 25 Jahren seines Bestehens bisher keinen wesentlichen Einfluss auf das Private-Banking-Geschäftsmodell gehabt. Der grösste Einfluss war das Online Banking. Neue Interaktionsmöglichkeiten, wie z.B. Robo-Advice, werden das Geschäftsmodell verändern.

  • Vermögen korreliert mit Alter – Ausnahmen sind nicht die Regel. Kundenanforderungen unterscheiden sich in den unterschiedlichen Generationen. Das heutige Private-Banking-Geschäftsmodell muss fortgeführt werden, aber gleichzeitig müssen «jetzt» parallel dazu neue Geschäftsmodelle für die nächsten Generationen aufgebaut werden.

  • Kundenanforderungen an ihre Finanzdienstleister verändern sich sprunghaft – nennen wir es «Jump Adaption». Gesamtportfolios verändern sich langsam, aber individuelle Anforderungen ändern sich von einem Tag auf den anderen. Der Erbfall oder die Weitergabe zu Lebzeiten stellt über Nacht die Finanzdienstleister vor neue Anforderungen der nächsten Generation.

  • Werden heute noch Kundenbeziehungen von sogenannten «Jahresgesprächen» dominiert, erwartet die nächste Generation die Information 24/7 – «always on» oder «at the fingertips».

  • Auf die Vergangenheit gerichtete Portfoliobetrachtungen gehören der Vergangenheit an. Zielorientierte Vorausschauen, mit dem Fokus auf Anspar-, Entnahme-, Weitergabephasen und Sonderereignissen, stehen im Zentrum einer modernen Finanzplanung. Nennen wir es zukünftig Lifecycle-orientierte Finanzplanung. Die händische Erstellung solcher Sichten ist nicht sinnvoll. Dynamische Sichten, täglich verfügbar, sind gefordert.

  • Durch neue Methoden der Daten-Aggregation (sogenanntes Open- bzw. Multi-Banking) wird der holistische Blick auf sämtliche Vermögenswerte erst möglich.

  • Bei multiplen Kunden–Bank-Beziehungen gewinnt nur der «first mover» den holistischen Blick auf das gesamte Kundenportfolio.

  • Bei der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Daten besteht die Kunst darin, «saubere» und «schmutzige» Daten zu wertvollen Informationen zu aggregieren. Man muss sich nicht vor «big data» fürchten – «small data» ist schon ein grosser Schritt nach vorne.

  • Unsere Multi-Options-Gesellschaft bedeutet für die Finanzdienstleistung «Multi-Options-Kundschaft». Die tägliche Interaktion in anderen Branchen setzt den neuen Standard für Finanzdienstleister.

  • Digitalisierung bedeutet Multikanal – nicht mehr der Finanzdienstleister gibt den Weg vor. Der Kunde erwartet die systembruchfreie Dienstleistung – morgens über Weg A, nachmittags über Weg B und abends über Weg C.

  • In Zeiten der Digitalisierung werden «First Mover» und «very fast Follower» belohnt – andere bestraft. Es zählt nicht mehr nur Grösse, sondern Geschwindigkeit, und gleichzeitig die Kunst, nicht jeden Unsinn mitzumachen.

... Gsponer hilft Ihnen dabei.

Autorin: Claudia Erni

Gsponer.

Huebweg 18

CH-4102 Binningen

 

+41 58 332 30 11

info@gsponer.com

  • White LinkedIn Icon
  • xing-icon-logo-black-and-white
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme

© 2019 Gsponer Management Consulting AG                        Impressum       Datenschutz